Vielleicht schafft es ja eines Tages die Gewerkschaft auch, nicht die Menschen zu bestreiken sondern die Bahn. Auch wenn man an anerkennen muss, dass das Anliegen völlig zu Recht vorgetragen wird, so sollten sich die GdL-Mitglieder durchaus überlegen, ob sie einem machtgeilen, beratungsresistenten Totengräber der Gewerkschaftsbewegung hinterherlaufen. Die Italiener lachen sich schlapp angesichts ihres Streikverbots zur Hauptverkehrszeit und den Engländern ist bereits jedes Lachen vergangen. Es wäre absolut dämlich, würden die Partikulärinteressen einiger Gewerkschaftsbosse das ureigenste Anliegen der Gewerkschaften untergraben.
"Vielleicht schafft es ja eines Tages die Gewerkschaft auch, nicht die Menschen zu bestreiken, sondern die Bahn." Olli, wie bitteschön soll das gehen? Streikt die Müllabfuhr, bleibt der Müll liegen, streiken die Ärzte, bleiben die Praxen zu, streiken Logistikunternehmen, wird die Post nicht zugestellt. Es sind immer Menschen von einem Streik betroffen. Das geht gar nicht anders. Und warum sollte das bei der Bahn nicht auch so sein? Auch ich war schon zweimal von einem GdL-Streik betroffen (u.a. bin ich mal völlig umsonst mit dem Auto von Leverkusen nach Nordhausen und zurück gefahren, ca. 640 Kilometer, weil auch die HSB bestreikt wurde. Da war ich auch nicht gerade begeistert! Aber nach der ersten Wut, hatte ich durchaus Verständnis. Die Devise "Wascht mir den Rücken, aber macht mich nicht naß!" funktioniert nun mal nicht. Und ich sehe auch nicht, dass ein Gewerkschaftsvorsitzender ein "machtgeiler, beratungsresistender Totengräber" ist, nur weil er vernünftig seinen Job macht. Das ist ja genau der Eindruck, welchen die Medien mit ihrer absolut einseitigen Berichterstattung vermitteln wollen, leider offenbar mit Erfolg. Es gehört vielmehr echte Courage dazu, so etwas durchzuziehen, was auch notwendig ist, denn schon viel zu lange wurden von den meisten anderen Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen herausgekommene effektive Verluste für die Arbeitnehmer noch lauthals als "Erfolge" gefeiert! Gewerkschaften sind nun mal dafür da, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten und das ist auch absolut notwendig. Da kann man nicht mit Samthandschuhen vorgehen, das machen die Arbeitgeber ja schließlich auch nicht. Die Gewerkschaften sind in den letzten 20 Jahren genügend Kompromisse eingegangen, jetzt sind mal die Arbeitgeber dran!
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