Matthias und Jonas Frey schrieb: Die Einbindung einer Lok / Zuges in sein Umfeld halte ich für sehr wichtig. Ein gut scharfer und sogar angetrahlter Zug formatfüllend in Bildmitte mit etwas Schotter unten, oben etwas Himmel, und rechts und links lediglich als Füllmaterial unmotivierte Ausschnitte aus der Umgebung ergeben noch längst kein gutes Eisenbahnfoto.
Ein gutes Bahnfoto braucht auch so was wie ein Motiv und dazu reicht der Zug allein oftmals nicht aus, außer man macht ausgesprochene Fahrzeugportraits.
Motive können sein die Landschaft, ein oder mehrere Gebäude, Signale, Bäume, die Bahnhofsarchitektur, eine interessante Streckenführung (Kunstbauten, Kurve) usw. oder aber auch eine besondere Lichtstimmung . Seinen Fotostandpunkt sollte man entsprechend suchen um dann aus diesen Elementen Zug + XXX eine ansprechende Aufnahme zu gestalten.
Interessiert beim Fotografieren lediglich der Zug und alles andere ist egal, entstehen lediglich anspruchslose "Knipsbilder", wie sie im Internet leider unzählige zu finden sind.
Gerade auch bei Dokumentationsaufnahmen ist das Umfeld nicht zu unterschätzen, lassen sie doch die Aufnahmen über die Jahre "reifen", es sind längst vergangene Ortsbilder, Bahnhofsgebäude oder auch nur Autotypen mit auf dem Bild, die es dann mit der Bahn zu einem "Zeitzeugnis" machen.
Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten die Bahn zu fotografieren: besondere Bahnhofsatmosphäre, künstlerische Gestaltung einer Aufnahme, Details usw.
Ein positives Beispiel:
http://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number/57835/kategorie/Neuzug%E4nge/offset/48.html Ein Beispiel wo man hätte was draus machen können:
http://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number/57699/kategorie/Neuzug%E4nge/offset/120.html Eine besondere Lok und dann das Motiv des über die Gleise gebauten Stellwerks. Kamera höher halten um dieses Gebäude mit Dach ins Bild zu holen. Der viele Schotter braucht nicht sichtbar sein. In dieser Situation ist es natürlich sehr schwierig mit dem Fotografieren, wenn soviele Leute herumstehen (drum werde ich nie bei Eröffnung- und sonstige Sonderfahrten fotografieren), würde man sich doch wünschen möglichst das gesamte Stellwerk mit ins Bild zu nehmen. So müsste man sich hier eben mit einem Kompromiß zufriedengeben und es von der Seite ins Bild ragen lassen. Aber mit Dach!
Nochmals eine sehr gelungene Aufnahme:
http://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number/55597/kategorie/suchen/suchbegriff/Manfred+Weinhandl/offset/0.html Ein Schienenbus in herrlicher Tallandschaft mit dem Fluss und dem Talhang. Hier reicht es sogar, dass nur die Front des Zuges angestrahlt wird und die Seitenansicht mehr im Schatten ist. Aber gerade diese Lichtrichtung trägt hier zum positiven Eindruck mit bei, da die entfernteren Wagen wieder etwas heller sin; es ist ein gekonnter Umgang mit Licht und Schatten und auch dies hat Bedeutung in der Bahnfotografie.
Matthias